
Hier in Zittau, an der ergodia- Schule, ließ ich mich zur Diätassistentin ausbilden.
In der Zeit bemühte ich mich um eine Praktikumsstelle, die etwas weiter von meiner Heimat entfernt ist, um zu sehen, wie ich mich in einer neuen Umgebung fühle.
Da ich das Glück hatte, freundliche Verwandtschaft in Aachen zu haben, die mich in diesem Zeitraum bei sich zu Hause aufnahmen, konnte die Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz beginnen.
Dazu kam, dass gerade an diesem Ort die größte Universitätsklinik Europas steht. Als ich auf meine Bewerbung ein positives Feedback bekam und der angegebene Zeitraum dort auch Möglichkeiten für mein Praktikum bot, freute ich mich auf die neuen Erfahrungen, die mich erwarten würden.
Gleichzeitig hatte ich auch etwas Skepsis, da ich meine bisherigen Praktika immer in viel kleineren Krankenhäusern absolviert habe. Mir war bewusst, dass mich jetzt häufiger anspruchsvolle und neue Aufgaben erwarten würden.
Diese Zeit in Aachen bereitete mir letztendlich so viel Freude, dass ich mich im Anschluss an mein Praktikum um einen Job bewarb.
Im Universitätsklinikum gibt es sechs Diätassistenten, die im Versorgungszentrum arbeiten und ab und zu Patienten ambulant und stationär beraten.
Auf einzelnen Stationen sind noch mal drei Diätassistenten und drei Krankenschwestern angestellt, die täglich Patienten beraten, Schulungen, Referate und Vorlesungen durchführen oder sich auf Teilgebiete, wie zum Beispiel diabetische Fußpflege spezialisiert haben.
In den ersten Wochen bekam ich vielfältige Einblicke in den alltäglichen Ablauf der Arbeit der Diätassistenten im Versorgungszentrum. Dazu gehören das Kochen von verschiedenen Diätformen und Wunschkosten, Mahlzeiten für Patienten mit Schluckbeschwerden, Vorbereiten von Fleisch für natriumreduzierte Kost, Aufbaukoststufen nach zum Beispiel Operationen am Verdauungstrakt, Gemüsevorbereitungen, Herstellen von diätetischen Salaten und Desserts, Endkontrolle der Speisenzusammenstellung am Portionierband und vieles mehr.
Das Team integrierte mich und beantwortete stets Fragen. Die letzten Wochen des Praktikums begleitete ich die Diätassistenten auf Station, bereitete mit ihr gemeinsam eine Gruppenschulung für Diabetiker vor, an der ich auch teilnahm.
Ich durfte selbst auch Patienten auf Station beraten.
Einige Monate später bekam ich einen Anruf, die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch und schließlich eine Jobzusage.
Ab 01. September 2009 arbeite ich als Diätassistentin am Aachener Klinikum. Die ersten Wochen waren sehr anstrengend; die ganzen Abläufe und Zusammenhänge zu begreifen und mit dem Wissen zu verknüpfen, was ich in der Schule vermittelt bekam.
Zum Lernprozess gehörte zum Beispiel auch das Auswendiglernen der Nummern, die häufige Diätformen zugewiesen bekamen, um am Portionierband zügiger zu bestellen, der Umgang mit dem hauseigenen Computersystem, für über 1000 Portionen zu kochen und vieles mehr...
An manchen Tagen ist es sehr anstrengend, die Arbeitsschritte zügig und mit voller Konzentration auszuüben. Dafür sind andere Tage um so besser und bereiten mir viel Freude.
An Nachmittagen besuchte ich auch schon einige fachspezifische Vorträge, um von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu erfahren. Gleichzeitig sammele ich Fortbildungspunkte, die man benötigt, um eine berufliche Weiterbildung nachweisen zu können.
Die Entscheidung, am Universitätsklinikum Aachen als Diätassistentin zu arbeiten, habe ich zu keiner Stunde bereut.